In eigener Sache


Juni 2019

Vom Viehstall zur Drechslerei - vom Platzbedarf her sollte es möglich sein -  aaaber das gibt Einiges zu tun!

Der Vormieter, ein Werkzeug- und Scherenschleifer, pflasterte den Schorgraben zu und verlegte Spanplatten. Auch "Trennwände" zur ehemaligen Tenne sind vorhanden, ein bisschen Vorarbeit also ist gemacht.

Strom ist vorhanden, auch ein WC fehlt nicht... auf gehts!

Gummimatten raus,  aus dem Boden herausragende Rohre abtrennen und mit Blitzzement füllen.

...ein bisschen Farbe macht die Sache doch schon freundlicher...

 

 

Die Futterkrippen werde ich nicht wegspitzen, wie ursprünglich geplant. Zum einen ist dieser alte Beton recht zäh und zum andern wollte ich nicht die tragenden Backstein - Säulen gefährden.

 

 

...also verkleiden...

 

Am Material fehlts nicht. Es kann losgehen!

Nach Anfangsschwierigkeiten doch noch den Tritt gefunden:

Die grossen OSB-Platten sind zu schwer und unhandlich für 1 Mann, also musste ich mir etwas einfallen lassen:

...et voilà !

...und so weiter:

...willkommene Abwechslung:

...und weils Spass macht: Der Hintereingang

...hölzerner "Einwand":

Eingangsbereich - ein bisschen Farbe:

... auch die "Einwand" will fertig gemacht werden...

...dann die Zarge einpassen:

Aufräumen, staubsaugen und die Fussbodenfarbe:

Es ist doch freundlicher geworden

 

...auch im WC sieht es "human" aus...

...ein kleines Holzlager darf nicht fehlen!

 

Der Umzugstag: Einfach reingestellt und abgehauen!

Wir (2 Mann) waren trotzdem 8 Stunden unterwegs.

Ja, jetzt muss alles positioniert, montiert und verkabelt werden...

...das Chaos ist noch nicht beseitigt, daher schnell noch eine Wand gemacht:

(Aus den Augen , aus dem Sinn :-))

Derweil machen wirs uns doch ein wenig gemütlich...

                                                                                                   ... Kühlschrank, Kaffeemaschine, - fehlt noch die "Deko"...

...et voilà!

 

...auch hinter der Wand ist Ordnung eingezogen...


Solothurner Zeitung vom 3. Okt. 2019:

Anzeiger Thal / Gäu (Kt. Solothurn) vom 10. Okt. 2019:

Tag der offenen Tür, 12. Okt 2019:

Foto: Mirio Bähler

Fast ein wenig überrumpelt war ich vom regen Besuch am Tag der offenen Tür.  Die Zeitungsartikel hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Aufgestellte Leute kamen, doch leider fand ich nicht die Zeit, um alle Fragen gebührend zu beantworten. Das grosse Interesse am Drechseln freut mich natürlich und spornt mich an... 

Herzlichen Dank meiner Partnerin, meinen Helfern und Unterstützern in allen Belangen! 

 

Kommentare: 1
  • #1

    Lisa Kundert (Freitag, 18 Oktober 2019 15:24)

    Immerhin hat sich Deine Mühe gelohnt! Am Tag der offenen Tür haben sich unerwartet zahlreiche Leute eingefunden, Nachbarn, Freunde, und Holzinteressierte aus der Region machten sich ein Bild von Deiner sehr gut eingerichteten Werkstatt. Ebenso der Ausstellungsraum (das Stübli) wurde mit Begeisterung besichtigt...., sogar kleine Aufträge durftest Du entgegen nehmen! Deine formschönen Mühlen fanden jedenfalls unmissverständlich grossen Anklang bei den Besuchern! Die Kombination von Werkstatt und angegliederter Ausstellung scheint dem Publikum zu gefallen!
    Ich freue mich für Dich und hoffe, dass Du nun kreativ und voller Elan in die neue Phase Deiner Hauptbeschäftigung, dem Drechseln, einsteigen kannst. Ich gratuliere Dir!

Neue Oltner Zeitung vom 24. 2. 2021:

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Jürg Meier ist praktisch jeden Tag in seiner Werkstatt und an seiner Drehbank anzutreffen. jm

Ein erfüllter Lebenstraum

24.02.2021 13:00

Zu Besuch in der Drechslerei «drehpfeffer»

Jürg Meier erfüllte sich zu seiner Pension einen lange gehegten Lebenstraum: 2019 richtete er an der Gäustrasse 70 in Kestenholz in einem ehemaligen Stall seine eigene Drechsler-Werkstatt ein. Seine kunstvollen, selbst kreierten Pfeffermühlen bilden dabei das Aushängeschild.

Kestenholz Im Vorraum der Drechsler-Werkstatt von Jürg Meier fällt dem Besucher sofort eines ins Auge: Die beleuchtete Vitrine mit den zahlreichen Pfeffermühlen in allen Grössen, Formen und Farben. Das spannende Farbenspiel der Holzobjekte erreicht der 65-Jährige Handwerker, indem er verschiedene Hölzer mit Leim zusammenfügt, mit der Bandsäge zu einem Achteck sägt, um eine annähernd runde Form zu erreichen, dann auf seiner Drehbank drechselt, bohrt, schleift und später mit Öl veredelt. «Die Pfeffermühlen sind gewis-sermassen mein Aufhänger», erklärt der Holzhandwerker. «Aber ich mache natürlich noch viel mehr», sagt er und zeigt weitere Werkstücke, wie Dosen, Kerzenständer oder Zwirbel. Bei Zierobjekten und Spielzeugen bleibt es jedoch nicht. So wie die Pfeffermühlen alltägliche Gebrauchsgegenstände sind, gibt es in Jürg Meiers Kollektion auch Mehlschaufeln, Notfallnähsets aus Holz oder Gegenstände für den Gesundheitsbereich zu finden. «Für einen Physiotherapeuten fertigte ich beispielsweise ein spezifisches Massagegerät aus Holz an.» Die Drechslerei faszinierte den gebürtigen Berner bereits seit seiner Jugend. «Mein Vater war nämlich Wagner. Ich hätte selbst gerne eine Lehre in einer Drechslerei absolviert; leider fand ich keine Lehrstelle in diesem Bereich. Als Radio-Elektriker, wurde ich jedoch nicht glücklich, da ich viel intensiver mit den Händen arbeiten wollte.» Auch auf dem weiteren Berufsweg blieb Jürg Meier die Drechslerarbeit verwehrt. Erst mit dem Erbe nach dem Tod seiner Mutter konnte er seinen Traum verwirklichen und sich eine eigene Drechsler-Werkstatt einrichten, erst im Wasen im Emmental, 2019 schliesslich in Kestenholz. «Mich fasziniert das Drechseln jeden Tag aufs Neue, weil es immer wieder erstaunlich ist, was alles machbar ist auf einer Drehbank. Man kann eigentlich alles drechseln, was sich einspannen lässt. Ich lebe sowohl für den Moment der Kreativität, wenn ich ein Projekt aufzeichne, als auch dafür, dem Ganzen eine Form zu verleihen, wenn ich dann an meinen Geräten stehe.» Nach all den gedrechselten Werken sucht Jürg Meier immer wieder neue Herausforderungen, indem er sich z.B. auch mit kannelieren und winden des vorbereiteten Rundlings auseinandersetzt.

Einzelstücke & Serie

Das Drechslerhandwerk ist gemäss Online-Lexikon Wikipedia eines der ältesten Gewerke der Welt. Gedrechselte Funde wie Schalen, Dosen und Säulen aus Metall, Holz, Elfenbein oder Stein, welche aus der frühen Römerzeit stammen, stützen diese Annahme. Jürg Meier beschäftigt sich mit Holz-Drechselarbeiten. «Ahorn, Kirsche und Schwarznuss eignen sich besonders gut, weil sie durch ihre verschiedenen Farben klar voneinander abgrenzen, was dem dekorativen Effekt dient. Aber ich spanne auch Birke, Linde und Buche ein. Mir ist wichtig, dass die verwendeten Hölzer möglichst regional sind.» Dennoch hatte der Drechsler bereits Gelegenheit, mit exotischen Hölzern zu arbeiten. «Ein Schreinereibetrieb, bei dem ich Material bezog, wurde aufgelöst. Der Schreiner schenkte mir daraufhin einen Restbestand an Exoten, den ich natürlich gerne annahm, damit das Holz dennoch verarbeitet wird.» Zumeist stellt der Drechsler Einzelstücke her, dennoch durfte er in der Vergangenheit bereits zweimal eine Kleinserie für Architekten ausarbeiten. «Sobald ich an einer Serie arbeite, ist der Arbeitsprozess natürlich weniger kreativ», erklärt er. «Aber mir macht es genauso viel Spass, wenn ich meinen Arbeitsablauf bei einer Serie vereinfachen und rationalisieren kann, wie selbst kreativ zu sein.»

Das Material fühlen

Besonders freut sich Jürg Meier darüber, dass sich seine Werkstatt im letzten Jahr trotz der ganzen Virus-Situation gut etablieren konnte. «Zum ersten Mal gelang es mir, annähernd schwarze Zahlen zu schreiben», erzählt er. «Dafür verantwortlich ist natürlich meine Kundschaft.» Der kreative Pensionär hat festgestellt, wie wichtig das Internet in dieser Hinsicht ist. «Ich freue mich immer darüber, wenn die Kundschaft Freude an meiner Arbeit hat. Positive Rezensionen auf Google oder local.ch haben sich dabei als sehr wertvoll erwiesen.» Jürg Meier freut sich trotz der positiven Entwicklung auf eine Entspannung der aktuellen Situation. «Ich habe viel seltener Besuch von Kundschaft in meiner Werkstatt; etwas, das ich ansonsten sehr schätze. Auch für die Leute ist es interessanter und schöner, wenn sie ein Werkstück vor Ort in die Finger nehmen und fühlen können.»

Von Jessica Meier

Informationen

www.drehpfeffer.ch

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